Home Wer sind wir

Am 30. September 1999 wurde der Christliche Astronomieverein International (CAVi) gegründet. Präsident ist Simon Rohrer, Beisitzer Stefan Manser. Aber wozu ein christlicher Astroverein, sollten sich gläubige Hobbyastronomen nicht in den säkularen Clubs betätigen? «Das tun wir, aber es gibt ein grosses Problem», erklärt Stefan Manser. Beim Beobachten der Sterne, Planeten, Nebel und Galaxien tauche rasch eine Frage auf, nämlich: «Wo kommt das alles her? Wie ist es entstanden?» Und es kommt zur kritischen Auseinandersetzung mit der evolutionistischen Weltanschauung. Dabei bedauert Stefan Manser, dass es für viele säkulare Astronomen lächerlich sei, «an die Bibel zu glauben und an unseren Vater im Himmel, der alles geschaffen hat». Leider würden in astronomischen Kreisen Evolution und Urknalltheorie häufig als die absolute Wahrheit betrachtet, während die Schöpfungstheorie belächelt werde.
Diese unbefriedigende Situation gab den Ausschlag zur Gründung des Christlichen Astronomievereins. In seinen Reihen ist es eindeutig: Der Schöpfer-Gott hat durch sein Wort geredet und in der Folge das ganze Universum geschaffen. Auf diesem Grund baut der CAVi auf. Sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse innerhalb der Astronomie sollen mit der biblisch-christlichen Weltanschauung geprüft und beurteilt werden, Glaubensgrundlage ist die Bibel. Stefan Manser differenziert: «Wir sagen nicht, die astronomische Forschung sei falsch oder unchristlich. Uns geht es um den Standpunkt, von dem aus alles betrachtet wird.»
Im astronomischen Bereich der wissenschaftlichen Forschung, wo die Entstehung neuer Sterne, Planeten und Kometen so aktuell ist wie nie zuvor, möchte der CAVi neue «Forschungsansätze» aus der biblisch-christlichen Weltanschauung interpretieren. Über die Beschaffenheit des Weltalls, über seine Grössen und Wunder könnte man sehr viel erzählen. Schon immer waren Menschen davon fasziniert, so auch Stefan Manser. Schon als 12-Jähriger interessierte er sich für die Astronomie. Mit selbstgebauten Teleskopen und Feldstechern suchte er den Himmel nach Sternen ab: «Je mehr ich entdeckte, desto stärker zog mich die Weite und Schönheit des Alls an.» Schon sehr früh fragte er sich, wie das alles entstanden sein konnte: «Sind wir Menschen wirklich zufällig entstanden oder gibt es da einen Gott, der alles geschaffen hat?» Stundenlang habe er z. B. die Monde des Jupiters beobachtet. Schon bald stellte er eine gewisse Regelmässigkeit fest, die ihn zur Überzeugung brachte, dass es sich nicht um einen Zufall handeln könne. Stefan Manser fand im christlichen Glauben aber vorerst nicht die erhofften Antworten. Er liebäugelte mit dem Buddhismus. Schliesslich, er war inzwischen 22-jährig, fand er in der Armee Christen, die eine klare Vorstellung ihres Daseins hatten. «Sie erzählten mir in einer so beeindruckenden Art von der Schöpfung Gottes, als sei es das Normalste der Welt. Aber sie redeten nicht nur, sondern lebten es auch und genau das hat mich überzeugt. Ich erkannte Jesus Christus als den Sohn Gottes und meinen Erretter.»
Auch Mansers Kollege Simon Rohrer interessierte sich schon als Kind für die Sternenwelt. «Schon als Achtjähriger brachte ich aus der Schulbibliothek ein Jugendbuch über Astronomie nach Hause. Daraus erzählte mir die Mutter Abschnitte als Gutenachtgeschichten.» In den folgenden Jahren war ich speziell fasziniert von der Weltraumfahrt, zum Beispiel den ersten Flügen des Space Shuttles. Während eines Spitalaufenthalts, er war damals 14, bekam Simon Rohrer ein Sternenjahresbuch geschenkt. Kurz darauf besuchten sein Vater und er eine Auktion. Sie eroberten sich ein kleines Linsenteleskop. Simon erinnert sich: «Damit durchkämmte ich den Nachthimmel nach allen möglichen Objekten. Als 17-Jähriger kaufte ich mir dann mit kräftiger finanzieller Unterstützung meiner Eltern ein Spiegelteleskop mit 20 cm Durchmesser.» Simon begann, die Astronomische Jugendgruppe Bern zu besuchen. In einer Beobachtungsfreizeit im Berner Oberland sollte sich sein Leben grundlegend ändern. Er las die Biografie eines Olympiasiegers, der nach seinem Erfolg in eine tiefe Lebenskrise stürzte und bald darauf sein Leben Jesus Christus anvertraute. «Dieses Buch gab mir Antworten auf viele offene Fragen», erzählt Simon zurückblickend. «Noch am gleichen Abend bekannte ich Jesus meine Sünden und vertraute ihm mein Leben an. Ich vergesse den Augenblick nie, wie ich danach zum Sternenhimmel hinaufschaute und Gott für all seine Wunder dankte!»
Heute macht Simon Rohrer regelmässig Führungen in der alten Sternwarte der Universität Bern. Die Mitglieder des Christlichen Astronomievereins möchten über die wunderbare Welt des Universums reden und gemeinsam staunen, wie Gott diese kleine Erde als so wichtig erachtet, dass er seinen eigenen Sohn geschickt hat, um die Menschen zu retten. Der CAVi besitzt schon sehr beachtliche Teleskope, die jetzt im ersten Kurs für Hobby- und Amateurastronornen eingesetzt werden sollen.

Aus der Zeitschrift Ethos 6. 2000